Wer dieselbe Aktie mehrmals kauft, hat keinen einzelnen Einstiegskurs mehr, sondern einen gewichteten Durchschnitt. Er zeigt, ab wann du im Plus bist und wie viel wirklich auf dem Spiel steht.
Die Formel
Einstandskurs = investierter Betrag gesamt ÷ Stückzahl gesamt
Für den exakten Break-even-Kurs die Gebühren zum investierten Betrag addieren.
Beispiel: Nachkaufen nach Kursverlust
- Kauf 1: 100 Aktien zu 50 € = 5.000 €
- Kauf 2: 50 Aktien zu 40 € = 2.000 €
- Gesamt: 150 Aktien für 7.000 €
- Einstandskurs: 46,67 €
Bei aktuell 45 € liegt die Position 250 € oder 3,6 % im Minus statt 10 % beim ersten Kauf. Das fühlt sich besser an. Gleichzeitig hältst du jetzt 150 Aktien eines fallenden Wertes, und ein weiterer Rückgang auf 40 € kostet 750 € statt 500 €.
Beispiel: Nachkaufen im Gewinn
- Kauf 1: 100 Aktien zu 50 €
- Kauf 2: 50 Aktien zu 58 €, nachdem sich der Aufwärtstrend bestätigt hat
- Einstandskurs: 52,67 €
Der Durchschnitt steigt, aber du stockst eine Position auf, die funktioniert.
Wann Nachkaufen sinnvoll ist und wann nicht
Sinnvoll, wenn die ursprüngliche These intakt ist, der Rückgang einen klaren, vorübergehenden Grund hat und der Nachkauf von Anfang an mit einer festen Gesamtgröße geplant war.
Ein Fehler, wenn die These gebrochen ist und nur der Schmerz des Verlusts sinken soll, wenn du nachkaufst, weil du "jetzt nicht verkaufen kannst", oder wenn die Position ohne bewusste Entscheidung zur größten im Depot wird.
Einstandskurs und Steuern
Für die Steuer gelten in vielen Ländern eigene Regeln (in Deutschland etwa das FIFO-Prinzip bei Girosammelverwahrung). Der steuerliche Gewinn kann daher vom selbst berechneten Durchschnitt abweichen.
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Dieser Ratgeber dient der Bildung und ist weder Anlage- noch Steuerberatung.
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