Fachbegriffe, klar erklärt
Die wichtigsten Begriffe aus Aktienanalyse, Risikomanagement und Backtesting kurz und verständlich erklärt: CRV, Drawdown, Out-of-Sample, Profitfaktor, Stop-Loss und mehr.
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A
ATR (Average True Range)
Die durchschnittliche Tagesschwankung eines Wertes über einen Zeitraum (oft 14 Tage), inklusive Kurslücken. Wird genutzt, um Stops an die normale Schwankung anzupassen. Mehr →
B
Backtest
Simulation, wie ein Regelwerk auf historischen Daten abgeschnitten hätte. Gut, um schlechte Ideen auszusortieren, gefährlich, wenn auf denselben Daten optimiert und getestet wird. Mehr →
Bear-Case
Das stärkste begründete Argument, dass eine Aktie fällt oder hinterherläuft: Bewertung, Risiken, schwächere Fundamentaldaten, Chartbild.
Bestätigungsfehler
Die Neigung, Informationen zu suchen und stärker zu gewichten, die die eigene Meinung bestätigen. Der wichtigste Grund für eine bewusst widersprechende Zweitmeinung.
Break-even-Stop
Den Stop-Loss auf den Einstiegskurs ziehen, sobald der Trade eine bestimmte Strecke im Plus ist, damit aus einem Gewinner kein Verlierer mehr wird (vor Gebühren und Kurslücken). Mehr →
Bull-Case
Das stärkste begründete Argument, dass eine Aktie steigt oder besser läuft als der Markt: Wachstum, Katalysatoren, Margen, Trend.
C
CRV (Chance-Risiko-Verhältnis)
Möglicher Gewinn bis zum Kursziel im Verhältnis zum möglichen Verlust bis zum Stop, zum Beispiel 3:1. Mehr →
D
Drawdown
Rückgang vom Höchststand des Depots oder der Kapitalkurve bis zum folgenden Tief, meist in Prozent. Der maximale Drawdown misst den schmerzhaftesten Rückgang eines Zeitraums.
E
Einstandskurs
Durchschnittlicher Kaufkurs je Aktie über alle Käufe einer Position, inklusive Nachkäufe. Mehr →
Erwartungswert
Durchschnittliches Ergebnis pro Trade: Trefferquote × Durchschnittsgewinn minus Verlustquote × Durchschnittsverlust. Entscheidend für die Qualität einer Strategie, nicht die Trefferquote allein.
F
Faktor-Score
Kairons Zusammenfassung von 20 Kennzahlen wie Trend, Schwung, Bewertung und Volatilität zu einer Zahl von −100 bis +100. Über +20 eher positiv, unter −20 eher negativ. Der Rang vergleicht die Aktie mit ähnlichen Werten im nächtlichen Markt-Scan. Mehr →
Form 4 (SEC)
Die Meldung, die Firmeninsider in den USA (Vorstände, Aufsichtsräte, Eigentümer über 10 %) binnen zwei Werktagen nach einem Kauf oder Verkauf eigener Aktien abgeben müssen. Das Kairon-Radar liest jede Form 4, lässt Zuteilungen, Optionsausübungen und Steuereinbehalte weg und behält echte Käufe und Verkäufe am Markt. Mehr →
Free Cashflow
Operativer Cashflow minus Investitionen. Das Geld, das ein Unternehmen nach dem Erhalt seines Geschäfts tatsächlich erwirtschaftet.
G
gleitender Durchschnitt (SMA)
Durchschnittlicher Schlusskurs über eine feste Zahl von Tagen, etwa 50 oder 200. Die 200-Tage-Linie gilt vielen als Grenze zwischen langfristigem Auf- und Abwärtstrend.
I
In-Sample
Daten, auf denen ein Modell oder eine Regel entwickelt und eingestellt wurde. Dort gemessene Ergebnisse sind systematisch zu optimistisch. Mehr →
Insider-Kauf
Ein Kauf von Aktien am offenen Markt durch einen Firmeninsider, gemeldet per SEC Form 4. Eine öffentliche Information, keine Empfehlung. Bei Kairon läuft die Rendite nach einer Meldung immer ab dem ersten Schlusskurs nach der Veröffentlichung. Mehr →
K
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)
Aktienkurs geteilt durch Gewinn je Aktie. Schnelle Bewertungskennzahl, die nur im Vergleich mit Wachstum, Konkurrenz und eigener Historie Sinn ergibt.
L
Look-Ahead-Bias
Fehler im Backtest, bei dem Informationen genutzt werden, die zum Entscheidungszeitpunkt noch nicht bekannt waren. Mehr →
M
Marktkapitalisierung
Aktienkurs mal Anzahl der Aktien: der Börsenwert des Eigenkapitals eines Unternehmens.
Momentum
Die Neigung von Werten, die in den letzten Monaten gestiegen (oder gefallen) sind, eine Weile in diese Richtung weiterzulaufen. Gut belegt, aber anfällig für scharfe Umkehrungen.
O
Out-of-Sample
Daten, die ein Modell beim Entwickeln nie gesehen hat. Out-of-Sample-Ergebnisse sind die ehrliche Schätzung, wie sich eine Strategie auf neuen Daten verhält. Mehr →
Overfitting
Überanpassung: ein Modell so genau auf vergangene Daten eingestellt, dass es Zufall statt wiederholbarer Muster abbildet. Typisches Zeichen: starke In-Sample-Werte, die Out-of-Sample einbrechen.
P
Periodic Transaction Report (PTR)
Die Meldung, mit der Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses Aktiengeschäfte offenlegen, fällig binnen 45 Tagen. Beträge stehen nur in Spannen. Kairon liest die amtlichen PDFs und zeigt den Meldeverzug neben jedem Geschäft. Mehr →
Positionsgröße
Wie viel du kaufst, sodass ein Verlust bis zum Stop einem festen, verkraftbaren Anteil deines Depots entspricht. Mehr →
Profitfaktor
Summe der Gewinne geteilt durch Summe der Verluste. Über 1 hat eine Strategie im Testzeitraum Geld verdient, unter 1 verloren.
S
Setup-Qualität
Wie sauber ein Chart gerade für einen Einstieg aussieht, bewertet von 0 bis 100 anhand erkennbarer Muster wie Rücksetzer im Aufwärtstrend oder Volatilitäts-Squeeze. Ab 60 solide, ab 75 stark. Die dazu gezeigten Stop- und Zielmarken sind Beispielmarken, keine Empfehlung. Mehr →
Slippage
Differenz zwischen erwartetem und tatsächlich ausgeführtem Kurs durch Spreads, Kurslücken und schnelle Märkte. Backtests ohne Slippage überschätzen die Ergebnisse.
Stop-Loss
Vorher festgelegter Kurs, bei dem eine Verlustposition geschlossen wird. Begrenzt das Risiko nur, wenn man sich daran hält. Mehr →
Survivorship-Bias
Test nur mit Unternehmen, die es heute noch gibt. Pleiten und Delistings fallen still heraus, die Vergangenheit sieht besser aus, als sie war.
T
Trefferquote
Anteil der Trades mit Gewinn. Allein wenig aussagekräftig: 70 % Trefferquote können Geld verlieren, 35 % sehr profitabel sein. Mehr →
U
Unterstützung und Widerstand
Kurszonen, an denen Käufe (Unterstützung) oder Verkäufe (Widerstand) Bewegungen wiederholt gestoppt haben. Keine Mauern, sondern Bereiche erhöhter Umkehrwahrscheinlichkeit.
W
Walk-Forward-Test
Backtest-Methode: Regeln auf einem Zeitraum einstellen, auf dem folgenden, ungesehenen Zeitraum testen, das Fenster weiterschieben und wiederholen. Standardweg zu Out-of-Sample-Ergebnissen. Mehr →
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